
BANDSCHEIBENVORFALL
Selten ist ein Bandscheibenvorfall zum Rückenmarkskanal hin. Hier können sogar große Bandscheibenvorfälle toleriert werden. Meist ist die Richtung des Bandscheibenvorfalls in die Richtung der Nervenaustrittsöffnung. Selbst kleine Bandscheibenvorfälle können den Kanal so verengen, dass die Nerven unter Druck geraten. Bevor man sich zur Operation entschließt sollte geprüft werden, ob eine nichtoperative Therapie zu einer ausreichenden Druckentlastung führt.
Fast immer findet man beim Bandscheibenvorfall eine Funktionsstörung der Wirbelgelenke, die zu einer Neigung und Drehung des oberen Wirbels zum Bandscheibenvorfall hin führt. Dabei kommt es nicht nur zu einer Quetschung der Bandscheibe auf der Seite des Vorfalls sondern auf dieser Seite wird auch die Nervenaustrittsöffnung verkleinert. Wird die Funktionsstörung beseitigt, kommt es zu einer Vergrößerung der Nervenaustrittsöffnung und zur Druckentlastung der Bandscheibe. Selbst ein geringer Raumgewinn kann die Beschwerden erheblich bessern.

BEINLÄNGENUNTERSCHIED
Es muss unterschieden werden, ob es sich um einen echten (strukturellen) Beinlängenunterschied handelt oder eine veränderliche (funktionelle) Beinlänge. Ein echter Beinlängenunterschied entwickelt sich meist schon in der Kindheit durch eine Wachstumsdifferenz im Unterschenkel. In 95% der Fälle handelt es sich um einen funktionellen Beinlängenunterschied. Es muss nur geprüft werden, ob die Beinlänge im Liegen oder im Sitzen einen unterschiedlich ist. Wenn ja, ist er leicht zu beseitigen. Bei einer Beckenverwindung ist eine Darmbeinschaufel entweder nach vorne oben oder nach hinten unten verdreht. So finden wir entweder im Sitzen oder im Liegen einen Unterschied.